In Schweden ist ein Fall von internationaler Bedeutung anhängig, der vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen Schweden und der Türkei steht. Der Fall betrifft eine Gruppe von schwedischen Staatsbürgern türkischer Herkunft, die in der Türkei inhaftiert sind. Die Angeklagten sind Mitglieder der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in Schweden legal ist, aber in der Türkei als terroristische Organisation eingestuft wird.
Die Angeklagten wurden im Februar 2018 in der türkischen Stadt Diyarbakir festgenommen und sollen nun vor einem Gericht in Ankara anklagegestellt werden. Angeblich sollen sie Mitglieder einer „terroristischen Organisation“ sein. In der Türkei herrscht seit dem Putschversuch im Juli 2016 eine Ausnahmezustand, der die Rechte von Angeklagten beschränkt. In diesem Kontext befürchten schwedische Politiker, dass die kurdischen Angeklagten nicht fair behandelt werden.
Die schwedische Regierung hat mehrfach gegen die Festnahme der kurdischen Staatsbürger protestiert und fordert ihre sofortige Freilassung. Bisher hat die türkische Regierung auf diese Forderungen jedoch nicht reagiert. Der Fall stellt eine neue Belastungsprobe für die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern dar.