Die CDU-Spitze hat sich von dem Bautzener Landrat Robert Witschas distanziert. Witschas war am Mittwoch wegen des Verdachts der Veruntreuung von EU-Fördermitteln zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe), Witschas sei „kein Mitglied der CDU mehr“. Tauber betonte zugleich, dass die Partei in dem Fall „keine Mitschuld“ trage. „Es ist ein sehr trauriger Tag für die Union“, sagte Tauber.
Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul sagte der Zeitung, das Urteil gegen Witschas sei „ein Schlag für die CDU“. Er fügte hinzu: „Ich bin froh, dass die Partei schnell und konsequent reagiert hat.“
Witschas war im Juli 2015 als erster deutscher Landrat wegen des Verdachts der Veruntreuung von EU-Fördermitteln angeklagt worden. Er soll Geld für die Sanierung eines Hauses in seiner Privatwohnung in Potsdam verwendet haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Witschas rund 160.000 Euro Steuergeld veruntreut hat.