Es ist schon wieder soweit. Ein neues Jahr, eine neue Bilanz der Zwangsräumungen in Deutschland. Wie das Bundesministerium der Justiz mitteilt, gab es im vergangenen Jahr bundesweit mehr als 29.000 Zwangsräumungen. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Jahr 2020 und leider auch ein neuer Rekord.
Besonders traurig ist, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind. Mehr als 3.700 Kinder und Jugendliche mussten im vergangenen Jahr ihr Zuhause verlassen, weil die Eltern keine Miete mehr zahlen konnten. Das sind rund 1.000 mehr als 2020.
Doch die Zwangsräumungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Viele Menschen in Deutschland leben in Angst vor der nächsten Mieterhöhung oder dem nächsten Jobverlust. Nach Schätzungen der Hilfsorganisation „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“ leben in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen in Wohnungen, die sie sich eigentlich nicht leisten können.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren versucht, die Lage der Mieter zu verbessern. So wurde beispielsweise die Mietpreisbremse eingeführt. Doch die Wohnungsknappheit in Deutschland ist weiterhin enorm und die Mieten sind vielerorts unbezahlbar geworden.
Wohnungslose Menschen, Mieterinnen und Mieter, die immer wieder umziehen müssen – die Zwangsräumungsbilanz 2021 zeigt deutlich: Die Wohnungsnot in Deutschland ist weiterhin ein großes Problem.