Immer wieder kommt es in Deutschland zu Engpässen bei der Versorgung mit bestimmten Medikamenten. Dies ist ein großes Problem, insbesondere für Patienten mit chronischen Erkrankungen, die auf regelmäßige Medikamentengabe angewiesen sind.
Der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach fordert nun eine Änderung der bestehenden Regeln für die Preisgestaltung von Medikamenten. Bisher können Hersteller die Preise für ihre Medikamente selbst festlegen, was zu einer Abhängigkeit von den jeweiligen Konjunkturen führt. Dies führt dazu, dass bei steigenden Rohstoff- oder Produktionskosten die Preise für bestimmte Medikamente schnell steigen, wodurch Engpässe entstehen können.
Lauterbach schlägt vor, die Preisgestaltung für Medikamente künftig an einem sogenannten „Referenzpreissystem“ auszurichten. Dabei soll der Preis für ein bestimmtes Medikament anhand des Preises eines vergleichbaren Medikaments in einem anderen Land – etwa in den Niederlanden oder in Großbritannien – bestimmt werden. Dies würde sicherstellen, dass die Preise für Medikamente in Deutschland in Zukunft stabiler sind und Engpässe vermieden werden können.